Kinderhände halten eine Hängeschaukel aus Stoff
Pädiatrie & Entwicklung

Sensorische Integration

Wahrnehmungsverarbeitung

Was ist Sensorische Integration (SI)?

Sensorische Integration ist die Fähigkeit, alle Sinneseindrücke so miteinander zu vernetzen, dass eine angepasste Reaktion gelingt und somit eine angemessene Handlungsfähigkeit im Alltag möglich ist. Das Gehirn muss in der Lage sein, unterschiedliche Empfindungen zu ordnen, damit Fähigkeiten (Motorik, Sensorik, Lernverhalten, soziales Verhalten, …) optimal entwickelt werden können.

Schlechtes Lernen, Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensstörungen bei Kindern werden oft durch unvollkommene Integration der Sinne verursacht. Die Hauptanwendungsgebiete liegen vor allem in der Behandlung von Kindern mit Wahrnehmungsstörungen, Entwicklungsverzögerungen, AD(H)S, Teilleistungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten.

Wahrnehmungsbereiche

  • Vestibuläres System (Gleichgewicht)
  • Propriozeptives System (Tiefensensibilität)
  • Taktiles System (Tastsinn)
  • Visuelles System (Sehen)
  • Auditives System (Gehör)
  • Olfaktorisches und gustatorisches System (Geruchs- und Geschmackssinn)

Folgen im Alltag

Kinder mit sensorischer Integrationsstörung sind von normaler Intelligenz. Sie haben gute Augen und Ohren, aber verdrehen Buchstaben, können verschiedene Wörter nicht auseinanderhalten oder unterscheiden. Sie sprechen oft schlechter als andere Kinder.

Im Alltag erleben diese Kinder oft Misserfolge. Viele sind ungeschickt, fallen häufig, stoßen vieles um, haben Probleme, ihre Kleidung anzuziehen, kleckern beim Essen und haben Schwierigkeiten in der Entwicklung der Handdominanz. In der Schule können diese Kinder nur mühsam still sitzen und sich auf den Unterricht konzentrieren.

Ziele der Ergotherapie

  • Verbesserung der Eigenwahrnehmung
  • Verbesserung von Gleichgewicht und Koordination
  • Handlungsplanung und motorische Anpassung
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